Aufbewahrungsfristen für Steuerdokumente
Übersicht über die gesetzlich vorgeschriebenen Aufbewahrungszeiten für Rechnungen, Belege und andere Geschäftsunterlagen in Deutschland.
Artikel lesenGrundsätze zur Ordnungsmäßigkeit der Buchführung verstehen und praktisch umsetzen im Arbeitsalltag.
GoBD steht für „Grundsätze zur Ordnungsmäßigkeit der Buchführung und Aufzeichnungen im Rahmen der elektronischen Datenverarbeitung”. Klingt kompliziert, ist aber eigentlich ganz einfach: Es sind die Spielregeln für digitale Buchhaltung in Deutschland. Wenn Sie ein Unternehmen führen oder selbstständig tätig sind, müssen Sie diese Regeln befolgen.
Die GoBD ist nicht einfach nur eine Empfehlung der Finanzbehörden – es ist eine verbindliche Vorgabe. Wer sich nicht daran hält, riskiert ernsthafte Konsequenzen bei Betriebsprüfungen. Deshalb ist es wichtig, die Grundlagen zu verstehen und sie von Anfang an richtig umzusetzen. Das spart später Kopfschmerzen und teure Nachzahlungen.
Die GoBD basiert auf fünf fundamentalen Prinzipien, die Ihre Buchhaltung leiten sollten. Verstehen Sie diese, und der Rest wird viel einfacher.
Ihre Dokumente müssen wirklich von der Person stammen, die sie erstellt hat. Das bedeutet: klare Nachverfolgung von Änderungen und Zugriff auf Ihre Daten.
Dokumente dürfen nach ihrer Erstellung nicht heimlich geändert werden. Wenn Änderungen vorgenommen werden, müssen diese sichtbar und nachvollziehbar sein.
Alle Ihre Daten müssen zu jeder Zeit lesbar und verständlich sein – nicht nur für Sie, sondern auch für die Finanzbehörden bei Prüfungen.
Sie müssen jede Buchung und jedes Dokument zurückverfolgen können. Von der Original-Rechnung bis zur Verbuchung im System – alles muss dokumentiert sein.
Ihre Daten müssen vor Verlust und Zugriff durch Unbefugte geschützt sein. Das umfasst sowohl technische Sicherheit als auch organisatorische Maßnahmen.
Theorie ist das eine, Praxis das andere. Hier sind konkrete Schritte, die Sie jetzt umsetzen können.
Papierdokumente müssen gescannt und digital archiviert werden. Verwenden Sie OCR-Technologie, um die Lesbarkeit zu gewährleisten. Speichern Sie alles in einem strukturierten System mit eindeutigen Dateibezeichnungen.
Ihr System muss GoBD-konform sein. Das bedeutet: Automatische Zeitstempel bei Einträgen, unveränderbare Protokolle von Änderungen, und Export-Funktionen für die Finanzbehörden. Viele moderne Cloud-Lösungen erfüllen diese Anforderungen bereits.
Wer darf Änderungen vornehmen? Wer prüft die Einträge? Schreiben Sie diese Regeln auf. Ein dokumentiertes Vier-Augen-Prinzip ist ein starkes Zeichen von Ordnungsmäßigkeit.
Die beste Infrastruktur hilft nicht, wenn Ihre Mitarbeiter nicht wissen, wie man sie richtig nutzt. Regelmäßige Schulungen sind nicht nur sinnvoll – sie schützen Sie auch bei Prüfungen, weil Sie zeigen können, dass Sie Compliance ernst nehmen.
Aus unserer Erfahrung gibt es ein paar Fehler, die immer wieder passieren. Hier sind die Top 5 und wie Sie sie vermeiden.
Viele ändern Einträge nach dem Erstellen, ohne die Änderung zu protokollieren. Das ist ein großes rotes Flagge für Behörden. Lösung: Nutzen Sie ein System mit automatischem Change-Tracking.
Papier ist anfällig und nicht durchsuchbar. Sie können bei einer Betriebsprüfung nicht schnell die relevanten Belege finden. Scannen Sie alles ein und archivieren Sie digital.
Dateien mit Namen wie „Rechnung_alt_neu_final_v3″ sind ein Alptraum. Etablieren Sie ein klares Benennungsschema: Jahr/Monat/Dokumenttyp/Nummer.
GoBD verlangt, dass Sie Daten 10 Jahre aufbewahren. Ein einfacher Ordner „Backup” reicht nicht. Sie brauchen eine dokumentierte Archivierungsstrategie mit Sicherungen und Tests.
Wenn nur eine Person alles macht, ist die Compliance fragwürdig. Es braucht Kontrollen und Vertretungen. Das ist nicht nur für die Compliance wichtig – es schützt auch Ihr Unternehmen.
Alte Systeme erfüllen GoBD-Anforderungen oft nicht. Sie können keine revisionssicheren Exporte erstellen oder Änderungen nicht nachvollziehbar machen. Eine Modernisierung zahlt sich aus.
Sie müssen nicht immer die teuerste Lösung wählen. Es gibt verschiedene Optionen je nach Größe Ihres Unternehmens und Ihrem Budget.
Lösungen wie Lexware, Fastbill oder Sevdesk sind speziell für GoBD-Compliance ausgelegt. Sie bieten automatisches Zeitstamping, Change-Logs und revisionssichere Exporte. Der Vorteil: Automatische Updates für neue Anforderungen.
Ein DMS verwaltet Ihre Belege zentral. Funktionen wie OCR-Scanning, automatische Klassifizierung und Aufbewahrungsfristen sind standard. Das spart Zeit bei Prüfungen.
Für Rechnungsmanagement sind spezialisierte Plattformen sinnvoll. Sie erstellen automatisch ZUGFeRD-Rechnungen und handhaben elektronische Signaturen sicher.
GoBD-Compliance ist kein einmaliges Projekt – es’s ein fortlaufender Prozess. Aber wenn Sie die Grundprinzipien verstehen und sie von Anfang an in Ihre Buchführung einbauen, wird’s viel einfacher.
Die wichtigsten Punkte nochmal zusammengefasst: Digitalisieren Sie Ihre Belege, nutzen Sie ein geeignetes System, dokumentieren Sie Ihre Prozesse, schulen Sie Ihr Team und überprüfen Sie regelmäßig, ob Sie noch konform sind. Das ist schon 90% der Arbeit.
Bei einer Betriebsprüfung möchten die Behörden sehen, dass Sie es ernst meinen. Das geht nicht um Perfektion, sondern um bewusste, dokumentierte Prozesse. Wenn Sie das können zeigen, spart Ihnen das oft Jahre Ärger und teure Nachzahlungen.
Beginnen Sie heute damit, Ihre Buchführung auf den Prüfstand zu stellen. Es lohnt sich.
Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen zur GoBD und deren praktischen Umsetzung. Er ersetzt keine professionelle Steuerberatung oder Rechtsberatung. Die Anforderungen können je nach Branche, Unternehmensgröße und individueller Situation unterschiedlich sein. Bei Unsicherheiten oder speziellen Fragen konsultieren Sie bitte einen Steuerberater oder Rechtsanwalt. Die Informationen werden regelmäßig überprüft, können aber aufgrund von Gesetzesänderungen jederzeit aktualisiert werden.